27. September 2026 · von T. Kalayci
SAP ECC, SAP S/4HANA und die SAP Business Technology Platform gehören zu den zentralen Begriffen der IT-Landschaft von SAP-Bestandskunden, werden in der Praxis jedoch häufig durcheinandergebracht. Ein Überblick, was sich hinter den drei Begriffen verbirgt, wie sie zusammenhängen und welche Schnittstellen sie nach außen öffnen, etwa zu einem Webportal wie unserem B2B-Portal, B2C-Portal und HR-Portal.
SAP ECC (ERP Central Component) ist der Kern der SAP Business Suite 7 und läuft bei einem großen Teil der SAP-Bestandskunden im deutschen Mittelstand seit teils über 15 Jahren produktiv. ECC kann auf verschiedenen Datenbanken betrieben werden, etwa Oracle, IBM DB2, Microsoft SQL Server oder SAP MaxDB, und deckt klassische Module wie Finanzbuchhaltung (FI), Controlling (CO), Materialwirtschaft (MM) und Vertrieb (SD) ab. Eine gute Einordnung der SAP-Systemgenerationen liefert Computer Weekly. Für viele Unternehmen ist ECC nach wie vor das System, in dem Bestände, Preise und Aufträge tatsächlich verwaltet werden, unabhängig davon, welches Portal oder welche App am Ende darauf zugreift.
SAP S/4HANA (ausgeschrieben „Suite for HANA") ist der direkte Nachfolger von ECC und läuft ausschließlich auf SAP HANA, einer In-Memory-Datenbank, die Daten primär im Arbeitsspeicher statt auf der Festplatte vorhält. Das beschleunigt Auswertungen und Transaktionen spürbar, weil aufwendige Zwischenspeicherungen entfallen. Die Begriffe werden häufig verwechselt: HANA ist die Datenbank, S/4HANA das komplette ERP-System, das darauf aufbaut – mit vereinfachtem Datenmodell und der Fiori-Oberfläche statt des klassischen SAP GUI. S/4HANA lässt sich On-Premise, in einer gehosteten Private Cloud oder als Public-Cloud-Abonnement betreiben.
| Kriterium | SAP ECC | SAP S/4HANA |
|---|---|---|
| Datenbank | Oracle, DB2, SQL Server, MaxDB u. a. | Nur SAP HANA (In-Memory) |
| Oberfläche | SAP GUI, teils Web Dynpro | SAP Fiori (webbasiert) |
| Mainstream-Wartung durch SAP | Bis 31.12.2027, gegen Aufpreis verlängerbar bis 2030 | Innovationszusage bis mindestens 2040 |
| Typische Schnittstelle nach außen | SOAP, RFC-Bausteine, BAPIs | REST/OData, oft über SAP BTP |
Laut SAPs eigener Wartungsstrategie endet die Mainstream-Wartung für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7, zu der auch ECC zählt, zum 31.12.2027. Wer länger auf ECC bleiben möchte, kann bis Ende 2030 kostenpflichtig erweiterte Wartung hinzubuchen. Für S/4HANA hat SAP dagegen bereits 2022 eine neue Release- und Wartungsstrategie vorgestellt, die auf einer schon 2020 gegebenen Innovationszusage bis 2040 aufbaut. Für Unternehmen, die noch auf ECC laufen, ist das ein sehr konkreter Zeitdruck in Richtung S/4HANA, ohne dass sie deshalb ihre gesamte Systemlandschaft über Nacht austauschen müssten.
Die SAP Business Technology Platform ist keine dritte ERP-Alternative neben ECC und S/4HANA, sondern eine Cloud-Plattform, die laut SAPs eigener Übersicht der Kernfunktionen vier Bereiche bündelt: Applikationsentwicklung, Data & Analytics, Künstliche Intelligenz und Integration. Sie liegt damit als zusätzliche Schicht über den eigentlichen ERP-Kernsystemen und wird laut SAPs eigenen Angaben bereits von mehr als 15.500 Kunden und über 1.500 Partnern weltweit genutzt. Für ein Kundenportal ist vor allem der Integrationsteil relevant: Über die BTP lassen sich SAP-Systeme, egal ob ECC oder S/4HANA, kontrolliert mit externen Anwendungen verbinden, ohne das ERP-System selbst anpassen zu müssen.
Das zentrale Werkzeug innerhalb der BTP dafür heißt SAP Integration Suite. Laut SAPs eigener Übersicht der Kernfunktionen stehen darin bereits mehr als 3.400 vorgefertigte Integrationen (iFlows) und über 170 Konnektoren zu Drittsystemen bereit, mit denen sich Nachrichten- und Datenflüsse zwischen SAP- und Fremdsystemen zuverlässig und überwacht abbilden lassen. Ergänzt wird das um API Management und Event Mesh für ereignisbasierte Integrationen, wie unter anderem ein Beitrag in der SAP Community beschreibt. Der entscheidende Vorteil: Statt ein Portal direkt und fest an das ERP-System zu koppeln, entsteht eine zusätzliche, verwaltete API-Schicht dazwischen. Ändert sich später etwas im ERP-System, muss nur die Schnittstelle in der Integration Suite angepasst werden; das Portal selbst bleibt unberührt. Genau dieses Prinzip haben wir bereits im Artikel zu REST- und SOAP-Schnittstellen beschrieben. Die SAP Integration Suite ist im Grunde die von SAP selbst bereitgestellte, professionelle Variante dieser Entkopplung.
In der Praxis heißt das: Ob im Hintergrund noch klassisches SAP ECC läuft, bereits auf S/4HANA umgestellt wurde oder zusätzlich schon eine SAP Business Technology Platform mit Integration Suite im Einsatz ist, entscheidet vor allem darüber, welcher Anbindungsweg der richtige ist, nicht darüber, ob eine Anbindung grundsätzlich möglich ist. Läuft ECC ohne moderne REST-Schnittstelle, kommen SOAP, RFC-Bausteine oder BAPIs zum Einsatz. Ist S/4HANA im Einsatz, bietet sich in der Regel REST/OData an, direkt oder über die BTP. Ist die SAP Integration Suite bereits vorhanden und wird von der internen IT gepflegt, liegt es nahe, diese als Anbindungsweg zu nutzen, statt eine parallele, eigene Schnittstelle am ERP-System vorbei aufzubauen. So bleibt die Lösung wartbar und für die IT-Abteilung nachvollziehbar, und es entsteht nichts doppelt, was SAP bereits professionell bereitstellt.
Für qibriX-Portale wie das B2B-Portal, das B2C-Portal oder das HR-Portal gilt das entsprechend: Die Anbindung an SAP ECC, SAP S/4HANA und die SAP Business Technology Platform mit Integration Suite ist jeweils möglich; weitere Details dazu finden sich in den FAQs der jeweiligen Produktseite.
SAP ECC kann auf verschiedenen Datenbanken laufen, etwa Oracle, IBM DB2 oder Microsoft SQL Server, und nutzt die klassische Oberfläche SAP GUI. SAP S/4HANA ist der Nachfolger und läuft ausschließlich auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA, mit vereinfachtem Datenmodell und der webbasierten Fiori-Oberfläche.
SAP hat die Mainstream-Wartung für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7, zu der auch ECC zählt, offiziell bis zum 31.12.2027 zugesichert. Gegen einen Aufpreis auf die Wartungsgebühr lässt sich diese Frist durch eine erweiterte Wartung bis Ende 2030 verlängern. Für SAP S/4HANA hat SAP dagegen bereits eine Innovationszusage bis mindestens 2040 gegeben.
Die SAP Integration Suite ist das zentrale Integrationswerkzeug der SAP Business Technology Platform (BTP). Sie stellt vorgefertigte Integrationen (iFlows), API Management und Event Mesh bereit, um SAP-Systeme wie ECC oder S/4HANA kontrolliert und überwacht mit externen Anwendungen zu verbinden, etwa einem Kundenportal.
Wir schauen uns Ihre bestehende SAP-Landschaft an und zeigen, welcher Anbindungsweg für Ihr Kundenportal passt.